Die Mattscheibe der Angst

Na da staun ich aber nicht schlecht. Wünscht sich der Herr CIA-Analyst doch tatsächlich eine Dirty Bomb von ihrem eigenen verblichenen Ex-Mitarbeiter. Dass Tim Osman seit Jahren tot ist, davon gehen sogar FBI Generäle aus . Und nicht, weil sie ihn in keiner afghanischen Höhle finden können, sondern auch weil sie ihn nie gesucht haben. Osama stand nie auf der FBI “Wanted” Liste wegen 911 aus “Mangel an Beweisen”, oder einfach nur, weil es absurd wäre, nach den eigenen Mitarbeitern zu fahnden. Dass dieser “Mangel an Beweisen” aber keine Kriege in Afghanistan und Irak verhindert hat… ah, stimmt, Mohn und Ölfelder, ich vergaß. Wenns ums Geld geht, braucht man keine Beweise, da reicht Propaganda völlig aus.

Nun hat noch vor der Bush Regierung ein neokonservativer Thinktank ein Dokument veröffentlicht, “Rebuilding America’s Defenses” benannt, dass die Notwendigkeit eines “außerordentlich furchtbaren Events” wie Pearl Harbor (also auf eigenen Boden) unumgänglich macht, um die darin beschriebene innen- und außenpolitische Sicherheitsagenda voran zu treiben.

Seite 63 dieses Dokuments unter dem Punkt “Creating tomorrow’s dominant force” steht:

Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor.

Kaum war Bush im Amt bekamen sie ihr Pearl Harbor, mitten in Mahattan, um die in diesem Dokument beschriebene Doktrin voranzutreiben. David Icke beschreibt diese Vorgehensweise als “Problem-Reaction-Solution”, als ein Mindtrick, der Mithilfe der Medien heutzutage abscheulich effizient funktioniert.

Man kreiert ein Problem, schiebt die Schuld auf jemanden anderen, wartet die öffentliche Reaktion ab, die aus Angst förmlich um eine Lösung bettelt, und bietet dann eben diese Lösung an, zu welcher man zuvor das Problem erschaffen hat. Meistens sind diese Lösungen Krieg und die Abgabe von persönlichen Freiheiten zur “Sicherheit” aller. Und so schnallt man den Gürtel Event für Event immer enger.

911, 7.7., Madrid… all diese Events haben etwas gemeinsam: unmittelbar danach explodierte die überwachungsstaatliche Agenda, die unter normalen Umständen wehemente öffentliche Aufregung erzeugt hätte, aber durch den “War on Terror” in Angst gehüllt, ging die Öffentlichkeit den Schritt mit und opferte mehr und mehr Rechte und Freiheiten.

Wenn man sich nur kurz auf das Gedankenspiel des globalen Superstaates mit einer Währung, einer Regierung und totaler Bevölkerungskontrolle einlässt, kommt man an solchen katastrophalen Ereignissen gar nicht vorbei. Diese massiven Schritte würden niemals ohne furchtbare Ereignisse durchgehen. Natürlich auch keine zu großen Schritte: Es ist wie ein Biotop, das man kleinweise mehr und mehr verschmutzt, aber immer nur soviel, dass es gerade nicht kippt. “The Totalitarian Tiptoe” ist ein schönes Wortspiel für diese Methode. Langsam schleicht sich etwas ein, aber immer leise genug, um nicht geweckt zu werden. Größere Schritte werden immer von einem angsterzeugenden Event begleitet, stets etwas Bedrohliches von außen wie Terrorismus, einem Killer-Virus, Global Warming oder auch einem Kometen, der die Erde zerstört, oder gar Aliens! Hauptsache Angst haben!

Der Hype um Angst wird erst enden, wenn wir unsere Fernsehgeräte zum Fenster rausgeworfen und aufgehört haben Massenmedien als objektive Berichterstattung zu rezipieren. Mehr als Stimmungs- und Meinungsmache/manipulation ist es heutzutage nämlich nicht mehr.